Vandalen zerstören Zürcher Hafenkran Apropos Blog Agentur Arbeit Online Klicks Kommunikationsagentur Texter kreativ

Ist das Kunst oder kann das weg?

Nun geht es ihm an den Kragen. In Einzelteile wird er zerlegt. Ohne Rücksicht auf Verluste und verletzte Gefühle. Einmal sind in Zürich aber keine Vandalen am Werk, sondern eigens von der Stadt beauftragte Hafenkranabreisser. Zeit für einen Blick zurück? Was war das nun eigentlich mit dem Hafenkran? Skandalöse Steuergeldverschwendung oder gar pietätslose Grenzüberschreitung seitens des Stadtrats? Kunst gar? Wie soll ein Kran, an dem keiner anlegen kann, Kunst sein? Wobei: Könnten Tanker anlegen, wäre es keine Kunst. So oder so: Die Stimmen schlugen hoch – wieder ein Kriterium, das für Kunst spricht, ist diese doch der natürliche Feind der Normalität und damit erst mal suspekt.

Der Hafenkran ist ein «Objet trouvé», und das wiederum ist eine Stilrichtung, die im Dadaismus ihren Ursprung findet. Da der Dadaismus seine Geburtsstunde vor 99 Jahren im Zücher Cabaret Voltaire hatte, wäre der Hafenkran also die natürliche Folge? Quasi Voltaires Enkel? Verstiessen die Zürcher mit ihrer ablehnenden Haltung gar ihre eigenen Nachkommen? Fragen über Fragen.

So oder so: Viele orange Männer hämmern, bohren und schrauben nun für 14 Tage an dem unverstandenen Werk und demontieren es. Damit der Kran nicht ganz sang- und klanglos verschwindet, dürfen sich die Zürcher dieses Jahr in Form der Initiative «Hafenkräne – Nein» weiter mit ihm beschäftigen. Dass diese Initiative weitere Steuergelder verschlingen wird, steht nicht zur Diskussion. Der Zürcher hat Rechte und er nimmt sie wahr. Die Frage ist nur: Was, wenn nächstes Jahr an selber Stelle ein Flughafen-Tower gebaut wird? Dann fängt das Ganze wieder vorne an!