Babyflasche mit Milch

Ein Stillzimmer?

Arbeitgeber in der Schweiz sind verpflichtet, Mitarbeiterinnen während des ersten Lebensjahres ihres Kindes Zeit zum Stillen oder Abpumpen zur Verfügung zu stellen. Stillt die Mutter an ihrem Arbeitsort, ist die gesamte Stillzeit als Arbeitszeit anzurechnen. Verlässt sie zum Stillen den Arbeitsplatz, wird die Hälfte der Abwesenheit als Arbeitszeit angerechnet. Verfügt ein Arbeitgeber nicht über eine firmeneigene Kita und befindet sich auch keine in direkter Nachbarschaft, muss er auf Wunsch der Arbeitnehmerin eine geeignete Räumlichkeit zur Verfügung stellen.

Bitte nicht stören

Solche Räumlichkeiten werden als Stillzimmer bezeichnet, was ein wenig irreführend ist. Denn Hunger gestillt wird dort nicht. Es wird gepumpt, gesammelt und gekühlt. Das klingt nach indus­trieller Verarbeitung und nicht gerade natürlich, hat aber einen wichtigen Zweck. Mit der gesammelten Milch wird der Säugling später per Fläschchen genährt. So müssen Babys trotz der Abwesenheit ihrer Mutter nicht auf Muttermilch verzichten.

Die Einrichtung eines Stillzimmers ist keine Hexerei. Je nach Platzsituation und eventuell anderweitiger Verwendung kann die Ausstattung sehr simpel und wandelbar oder aber eher umfangreich sein. Dass sich die Nutzerinnen im Raum wohlfühlen und Ruhe finden können, ist das A und O. Im Falle von Therefore wurde unseren zwei Mitarbeiterinnen der Besprechungsraum und die Milchpumpe Freestyle zur Verfügung gestellt.

Die Möglichkeit, das Zimmer via Outlook zu buchen, ist nicht nur praktisch, sondern beugt auch Missverständnissen vor. Grundvoraussetzungen, die auf jeden Fall gegeben sein müssen, sind ein abschliessbarer Raum mit Sichtschutz, ein Türschild à la „Bitte nicht stören“, ein bequemer Stuhl oder eine Liege mit Stillkissen, darüber hinaus ein kleiner Tisch, auf dem die Mutter ihre persönliche Milchpumpe und ein Foto ihres Babys aufstellen kann. Ein Foto? Ja, denn die ausgelösten Emotionen beim Anblick des Babys beschleunigen den Milcheinschuss. Dasselbe kann auch ein Filmchen auf dem Smartphone oder ein Stofftier des Kindes bewirken.

Vorreiter Google

Die Baarer Medela AG, weltweit führendes Unternehmen im Bereich Milchpumpen und Stillprodukte, kann Firmen bei der Umsetzung einer stillfreundlichen Arbeitsumgebung unterstützen und auch sämtliche Produkte rund ums Stillen und Abpumpen beisteuern. Davon hat beispielsweise Google, in vielen Belangen ein Vorreiter, Gebrauch gemacht. Für Google Schweiz richtete Medela ein gemütliches Stillzimmer mit der Pumpe Symphony und diversem Zubehör ein.

Milchpumpen und Pumpsets müssen nicht zwingend vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden, es ist jedoch ein freundliches und vergleichsweise kostengünstiges Entgegenkommen. Das Prinzip der elektrischen Milchpumpen von Medela ist sehr innovativ. Dank intensiver Forschungsarbeit konnte das Saugverhalten von Babys entschlüsselt und auf das Pumpmuster der Milchpumpen übertragen werden, die dadurch sehr leise, effizient und komfortabel arbeiten.

Wo ein Stillzimmer häufiger genutzt wird, lohnen sich praktische Zusatzeinrichtungen wie ein Kühlschrank oder eine Kühlbox und eine Waschmöglichkeit oder Tücher. Manche Frauen schätzen auch die Möglichkeit, entspannende Musik hören und Dekomaterial wie Poster oder Fotos anbringen zu können.

Engagement lohnt sich

Von solchen Massnahmen, die über die gesetzliche Pflicht hinausgehen, profitieren nicht nur die Angestellten, sondern auch der Arbeitgeber. Letztendlich ist es eine Win-Win-Situation. Das Unternehmen kann auf stärker motivierte und dankbare Mitarbeiterinnen mit weniger Abwesenheitszeit zählen. Studien belegen, dass Babys Muttermilch besser vertragen und dank der darin vorhandenen Immunstoffe seltener krank sind, was sich ebenfalls auf die Abwesenheiten der Mutter vom Arbeitsplatz positiv auswirkt. Zudem kann sich das Unternehmen durch die richtigen Massnahmen als mitarbeiterfreundlich und innovativ positionieren und so das eigene Image intern wie extern positiv beeinflussen.